Im Anschluss an eine wechselvolle und z. T. unrühmliche Geschichte stehen diese Gebäude nun immer noch da. Nutzlos wie es scheint. Dennoch ist das Interesse an Gebäuden und Umfeld vielseitig. Nachdem verschiedene Investoren hier scheinbar ihr Geld versenkt haben wurde das Areal 2006 an einen ortsfremden Investor versteigert.

Seither fanden sich immer Personengruppen die „Lost Places“ als Allgemeingut betrachten und dort ihre ganz persönlichen Vorlieben ausleben. Diese reichen vom Betreiben einer Cannabisplantage bis hin zu hirnlosen Vandalen die sich in einschlägigen Foren verständnislos darüber äußern, dass es Eigentümer gibt, die keinen Spaß daran haben sich ihr Eigentum zerstören zu lassen.

Von Seiten des Eigentümers gibt es hier einen gelungenen Kompromiss. Gegen eine Aufwandsentschädigung können interessierte hier für viereinhalb Stunden fotografieren und sich dabei frei auf dem Gelände bewegen. Statisch bedenkliche und gesperrte Bereiche sind natürlich ausgenommen.

http://www.kent-school.de/

20190817_09-26-41_Kent School_S.Joachimsmeyer_02

Fotografieren @ Kent School

Geschichte

Die „Kent School“, ursprünglich als St. Josefheim des Franziskanerordens von Waldbreitbach 1909 – 1913 erbaut, bestand aus der heute noch vorhandenen Kirche, mit einer Schule und Verwaltungsgebäuden. Zwischen 1935 und 1937 begannen die Nazis kirchliche Einrichtungen zu demontieren, indem sie sie ruinierten und enteigneten.

1937 wurde das St. Josefheim aus der Konkursmasse der Ordensgemeinschaft durch den „Provinzialverband der Rheinprovinz“ aufgekauft und eine Zweigstelle der „Heil- und Pflegeanstalt Süchteln – Johannistal“ mit über 800 Betten eingerichtet.

1940 wurde die „Provinzial Heil- und Pflegeanstalt Waldniel“ eine von ca. 30 Tötungsanstalten in denen geistig behinderte Kinder in den sog. Kinderfachabteilungen (KFA) ermordet wurden.

Nach Kriegsende erhielt der Franziskanerorden den Gebäudekomplex zurück und verkaufte wenig später das gesamte Areal an die Bundesrepublik. 37 Jahre lang pachtete die britische Besatzungsmacht das Gelände und richtete dort das „Britsh Military Hospital Hostert“ ein.

1963 wurde das Krankenhaus zu einer Internatschule für 1400 Kinder der britischen Besatzungssoldaten, deren Nutzung mit dem Abzug der Briten 1991 aufgegeben wurde.